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    Abdulrazak Gurnah
    Ein Leben zwischen den Welten
     



    Beschreibung

    Statt abstrakt politische sind es bei Abdulrazak Gurnah konkret persönliche Situationen, in denen die Möglichkeiten und Bedingungen des internationalen Zusammenlebens ausgehandelt werden.
    Geboren in Sansibar als Sohn eines aus Jemen kommenden Geschäftsmannes, exilierte Gurnah 1967 mit seinem Bruder nach Großbritannien und jobbte dort zunächst als Krankenpfleger. Er studierte englische Literaturwissenschaften an der Canterbury Christ Church University und promovierte an der University of Kent. Er war Dozent an der Bayero University in Kano, Nigeria und anschließend Professor für englische und postkoloniale Literaturen an der University of Kent.
    Gurnahs Internationalität zeigt sich schon formal in seiner Literatur. Er setzt seine Romane in Bezug zu Klassikern der europäischen und US-amerikanischen Literaturen, integriert Geschichten und Legenden der Suaheli-Kultur und folgt mit dem Modell des Erzählreigens einem Prinzip arabischer Literaturen. Hinzu kommt als Wesen der Oralität, dass ähnlich klingende Ereignisse immer wieder aus verschiedenen Perspektiven erzählt, ergänzt oder variiert werden. Dieses transformative Element in Gurnahs Romanen, die damit verschiedene Erzähltraditionen und Diskurslinien überbrücken, ist das hervorstechendste Merkmal des literarischen Schreibens des Literatur-Nobelpreisträgers.

    Inhaltsverzeichnis

    Vorwort
    Kurze Texte
    "Memory of Departure" (1987)
    Die Realität der Gewalt: Sansibar und die Revolution von 1964
    "Pilgrims Way«"(1988) – "Schwarz auf Weiß" (2005)
    Der Empire-Windrush
    W. E. B. Du Bois und Cheikh Anta Diop
    "Dottie" (1990)
    Jane Austen, Charles Dickens und Joseph Conrad
    "Paradise" (1994) – "Das verlorene Paradies" (1996)
    Die historische Ebene
    Sansibar und Tippu Tip
    Die religiöse Ebene
    Zum dritten, die intertextuelle Ebene
    Zum vierten, die Ebene einheimischer Erzähler
    Carl Velten, Heinrich Brode und die Berliner Afrikawissenschaften
    "Admiring Silence" (1996) – "Donnernde Stille" (2000)
    "By the Sea" (2001) – "Ferne Gestade" (2002)
    Der Musim und andere Winde
    Deutschland und Sansibar sowie Tansania
    "Desertion" (2005) – "Die Abtrünnigen" (2006)
    Sayyida Salme alias Emily Ruete
    "The Last Gift" (2011)
    "Gravel Heart" (2017)
    Sexueller Missbrauch und Zwangsheiraten im Zuge der Sansibar-Revolution
    Geoffrey Chaucer und die Canterbury Tales
    William Shakespeares Theaterstück "Maß für Maß"
    "Afterlives" (2020) – "Nachleben" (2022)
    Paul von Lettow-Vorbeck
    Mahjub bin Adam Mohamed Hussein
    alias Bayume Mohamed Husen
    Schlussbemerkung
    Biogramm
    Werkverzeichnis
    Anmerkungen
    Abbildungen

    Rezensionen

    "Gegenwart und Vergangenheit durchdringen sich. Insofern gilt: Wer einen Roman Gurnahs in die Hand nehme 'bekommt eine ganze Bibliothek'. Prägend für Gurnahs Schreiben ist seine-Herkunft, denn Sansibar war, als der Autor dort auf­wuchs, ein Schmelztiegel der Kulturen, wo sich der indische, arabische und afrikanische Raum begegneten. Das ist mit ein Grund dafür, dass auch Gumah, der dann englisch­sprachige Literatur studierte und als Professor lehrte, eine Art von Weltliteratur schreibt. Was diese ausmacht, lässt sich durch Loimeiers lehrreiche und anschauliche Ausführungen gut nachvollziehen."
    Thomas Groß, Mannheimer Morgen, 31.10.2023

    "Manfred Loimeier gelingt das Kunststück, das weite Panorama von Gurnahs Romanschaffen kurz, bündig und fokussiert dazustellen, womit er einen Zugang zum Werk des Nobelpreisträgers eröffnet."
    Johannes Queck, EKZ-Bibliotheksservice, 17.1.2024

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