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    Heft 240
    Gerhard Henschel

     



    Beschreibung

    "Souverän bewegt er sich zwischen den Gattungen und Stilen und folgt dabei offenbar nur einer einzigen Grundregel: Leserin und Leser niemals zu langweilen, vielmehr stets einen komischen Mehrwert zu erzeugen." Kasseler Literaturpreis für grotesken Humor 2023
    Gerhard Henschels (*1962) autobiografisch angeregte Martin-Schlosser-Romanreihe wurde von der FAZ als "faszinierendste[r] Zyklus der deutschen Gegenwartsliteratur" bezeichnet. Das Projekt umfasst das ehrgeizige Ziel, sich bis an die Gegenwart des Autors heranzuschreiben. Dafür gibt es nicht nur einen genauen Zeitplan, sondern auch ein akribisch geführtes Archiv. Im Genre des Kriminalromans ist Henschel ebenfalls ein 'Serientäter', wobei seine Krimis immer auch Gattungsparodien sind. Die Sprach- und Kulturkritik erweist sich ebenso wie die kommentierte Zitatcollage als Konstante in seinem vielschichtigen und vielseitigen Werk. Dessen Spektrum umfasst sprach- und kulturkritische Arbeiten, Satiren, Romane, Lyrik, Zeitreisen, Übersetzungen, Novellen, Fußballbücher und Wandertagebücher.
    Der Band möchte Gerhard Henschels Werk in seiner Breite würdigen. Neben Studien zu einzelnen Werken oder Romanzyklen gibt es auch werkübergreifende Analysen; zu Wort kommen Weggefährten, Literaturwissenschaftler, Autoren, Journalisten, Lyriker, Übersetzer und ein Filmemacher.

    Inhaltsverzeichnis

    - Gerhard Henschel: Martin Schlosser in Manhattan
    - Wenzel Storch: "Was gut schmeckt, muß man einfach mit gros’n Loffeln ess’n". Wann kommt die Grose Bad Bevenser Ausgabe?
    - Christian Maintz: "Die Gottesgabe, sich auf lustige Weise Feinde zu machen". Gerhard Henschel und die Neue Frankfurter Schule
    - Lutz Hagestedt: Literatur auf zweiter Stufe. Metaleptische Werkstiftung
    bei Gerhard Henschel
    - Anja Gerigk: Alle Grade der Parodie. Ermittlungen zu einem Schreibprinzip
    - Susanne Fischer: Mit Hölderlin im Schnellimbiss. Bemerkungen zu Atmosphäre und Leserbindung in den Martin-Schlosser-Romanen
    - Gerd Busse: Martin meets Maarten. Die "Martin Schlosser"-Chroniken
    und "Das Büro" von J. J. Voskuil im Vergleich
    - Sven Hanuschek: Es bedarf der Klarheit und der Aufheiterung. "Menetekel" als Anti-Katastrophenbuch
    - Laura Schütz: Vom "Sumpf der Unmoral" und den "Apotheosen des Unterleibs". Über Gerhard Henschels Monografie "Neidgeschrei" und weitere Publikationen zum Thema Antisemitismus
    - Moritz Hürtgen: Goldt und Henschel brauchen einen Twitter-Account. Ironische Lyrik im "Erntedankfascht"
    - Michael Ringel: Den Nebel im Kopf lichten. Gerhard Henschel und die Wahrheit – ein Vierteljahrhundert Affären, Skandale und Prozesse
    - Laura Schütz: Auswahlbibliografie
    - Notizen

    Rezensionen

    "Dass dieser vielseitige Autor nun vermehrt die Aufmerksamkeit der Literaturwissenschaft auf sich zieht, ist ebenso verständlich wie erfreulich. In Heft 240 der Zeitschrift TEXT+KRITIK finden sich Untersuchungen zu Henschels Schreibprinzip, seinen parodistischen Fähigkeiten und literarischen Vorbildern und Verwandten. Auf die meisten Fußnoten (78!) bringt es ein amüsanter Aufsatz des Filmemachers Wenzel Storch, ohne dem Geheimnis von Henschels immenser literarischer Produktivität auf die Spur zu kommen. Aber das ist auch in Ordnung so."

    JF, CULTURMAG, 1.2.2023


    "Wer den 'Schelmenroman' über die Frankfurter Jahre 1994-96 schon gelesen hat und auf Nachschub in der bereits zehn Bände umfassenden Martin Schlosser-Reihe giert, dem sei die Gerhard Henschel gewidmete Text+Kritik 240 empfohlen. Henschel, mit Gastherausgeberin Laura Schütz befreundet, hat eine fulminante Passage aus dem 2026 zu erwartenden elften Band zum Vorabdruck gegeben: Martin ,Schlosser mit einer munteren Titanic-Schar auf Einladung des Goethe-Instituts in Manhattan ? äußerst unterhaltsam und in der geballten Harmlosigkeit der von dem Satirikerhaufen gerissenen Witze nahezu entlarvend: Wie arglos und heiter das Leben in der linken Boheme der späten 90er Jahre anmutet, als man sich noch an Helmut Kohl abarbeitete, Bill Clinton als US-Präsident amtierte, die aufziehende Klimakrise kaum als wirklich gefährlich wahrgenommen wurde, die Twin Towers noch standen, die Leserbriefseiten der Tageszeitungen als Soziale Medien gelten durften, Handys und das Internet in den Kinderschuhen steckten, Rechtsradikale meist noch in obskuren Zirkeln gluckten und allen Zumutungen mit scharfzüngiger Ironie 'begegnet' werden konnte ? gute Güte!"

    Andreas Heckmann, Am Erker, 25.4.2024


    "Inspiriert von Eckhard Henscheid und Walter Kempowski, befreundet mit u.a. Wiglaf Droste und Max Goldt, erfindet dieser Besitzer sämtlicher Ausgaben des 'Spiegel' und konsequenter ‚Bild‘-Gegner 'keine neuen Genres, aber er reinterpretiert die vorhandenen', merkt der Germanist Lutz Hagestedt an, wobei 'Sprachkritik als Parodie' zu seinen 'Königsdisziplinen' gehöre, wie die·Literaturwissenschaftlerin Laura Schütz konstatiert."

    Nd, Neues Deutschland, 3/2024

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