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    Band 2
    Alltags-Surrealismus
    Literatur, Theater, Film



    Beschreibung

    Die klassischen Avantgarden seit dem ausgehenden 19. Jahrhundert sind ein reich bestelltes Forschungsfeld; für die deutschsprachige literarische Moderne ist deren Entwicklung 1933 abgeschnitten worden. Neue Avantgarden haben zunächst mit einzelnen Oeuvres wie denen Arno Schmidts und Wolfgang Koeppens eingesetzt. Nach 1960 sind sie aber phasenweise zur bestimmenden Literatur im öffentlichen Diskurs geworden. Diese Tendenzen haben noch keine vergleichbare wissenschaftliche Aufmerksamkeit gefunden; in der Reihe sollen daher in lockerer Folge Avantgarde-Phänomene seit 1945 behandelt werden. Helmut Heißenbüttel bot sich als Integrationsfigur der Avantgarden für einen Eröffnungsband an; weiterhin sollen vor allem Themen wie die Aufnahme populärer Kultur durch die Neoavantgarden, der experimentelle Roman, die Avantgardisierung der Literatur in den 1960er und 1970er Jahren, die österreichische Avantgarde und das Verhältnis von Avantgarde und Postmoderne in den Mittelpunkt der Reihe gestellt werden.

    Inhaltsverzeichnis

    - Sven Hanuschek: Alltags-Surrealismus. Eine Einführung
    - Margit Dirscherl: Pariser Alltagsleben. Die surrealistische Großstadt in Louis Aragons "Le Paysan de Paris" (1924)
    - Gina Kaiser: Die globale Katastrophe – reale Bedrohung oder alltags-surrealistische Bildwelt? Arno Schmidts "Schwarze Spiegel" (1951)
    - Alex Römpp: Surrealismus und Science Fiction-Alltag. Stanislaw Lems Klassiker "Solaris" (1961)
    - Horst Waggershauser: Das Krisenexperiment "Happy Art & Attitude": Wolfgang Bauer als Alltags-Surrealist
    - Laura Schütz: "Ein kurzes produktives Anderssein im kahlen Alltag" – Zur Traumsemantik in Heinar Kipphardts Komödie "Die Nacht, in der der Chef geschlachtet wurde" (1967/1980) und den "Traumprotokollen" (1981)
    - Niels Bohrmann: Arno Schmidts "Die Schule der Atheisten" (1972) – ein Paradebeispiel alltagssurrealistischer Literatur (?–:!)
    - Gebhard Grelczak: W.E.R.? – Erzählerischer Alltags-Surrealismus in Walter E. Richartz’ Romanen Noface – "Nimm was du brauchst" (1973) und "Reiters Westliche Wissenschaft" (1980). Ein Beitrag zum Alltags-Surrealismus (nicht nur) in der deutschen Literatur
    - Frances Hatherley: Das Vergnügen am Verfall: Zu den grotesken Bildwelten in Leonora Carringtons "The Hearing Trumpet" (1976) und David und Al Maysles’ "Grey Gardens" (1975)
    - Sophia Wege: "Warum das so war, wissen wir nicht. Aber so war es." – Zur kognitiven Wissenskonzeption in Ror Wolfs enzyklopädischem Werk
    - Katerina Kovacková. Schweineschmalz und Gitterfenster: Der böhmische Alltag(ssurrealismus) in Josef Holubs Roman "Der rote Nepomuk" (1992)
    - Karoline Hornik: "This is reality. Get used to it. It’s all there is." Von Alltags-und anderen Welten in Neil Gaimans "Neverwhere" (1996/2005)
    - Bettina Henkel: Die surreale Inszenierung sprachlicher Transformation und Fremdwahrnehmung in Yoko Tawadas "Überseezungen" (2002)
    - Christine Mogendorf: Zugang zu einer als möglich gedachten Realität: Alltags-Surrealismus in Juli Zehs "Spieltrieb" (2004) und "Corpus Delicti" (2009)

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