Beschreibung
Irma Schoenberg Wolpe Rademacher (1902–1984) war Weggefährtin zweier berühmter Persönlichkeiten, des Komponisten Stefan Wolpe und des Mathematikers Hans Rademacher, und prägte als Pianistin, Pädagogin und Mentorin mehrere Generationen von Musikerinnen und Musikern, die die Musikszene der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts maßgeblich beeinflussten.
Ihre starke Verbindung zu ihrer zionistischen Familie, ihre Studienaufenthalte quer durch Europa, der Weg ihrer Emigration und ihr nachkriegszeitliches Leben und Wirken in den USA spiegeln viele Aspekte und zahlreiche Ausprägungen der unterschiedlichen Gesellschaften und Milieus wider, in denen sie sich während ihres Lebens selbstbewusst und souverän bewegte.
Auf Grundlage von lange unzugänglichem Archivmaterial und von Zeitzeugen-Interviews zeichnet das Buch ausführlich und facettenreich erstmals die bewegte Biografie von Irma Schoenberg Wolpe Rademacher nach und möchte die Erinnerung an diese außergewöhnliche Musikerin wiederbeleben.
Rezensionen
"Das Buch ist eine Pioniertat. Autorin Nora Born lässt darüber am allerwenigsten Zweifel aufkommen. Man spürt es an der Dichte, an der Atemlosigkeit der Dramaturgie, mit der die Biografin ein Künstlerleben nacherzählt, das aus Fülle und Faszination bestand, das im Bewusstsein der gesetzten, der gestellten Aufgaben, Zeit für irgendein verschwendendes Verweilen nicht kannte. Wenn es ein Leben ohne vertane Stunden gibt – das Ideal, gegen das wir alle sündigen –, dann, hat man das Gefühl, war es das, wie es Born beschreibt, 'rastlose Leben' der Irma Wolpe Rademacher, dieser 'zu Lebzeiten gefragten und überaus geschätzten, dann von der Musikgeschichte vergessenen Pianistin'."
Georg Beck, info-netz-musik, 19.2.2025
"Die längst überfällige Biografie von Irma Schönberg Wolpe Rademacher. Damit wird erstmals das Schaffen einer Frau gewürdigt, die sich von Anfang an ihren Weg in die Kunst über ein unermüdliches Bedürfnis an Hinzulernen und Weitergabe bahnte, was zu Beginn der 1920er-Jahre in Berlin und in den Folgejahren des Nazi-Terrors noch keine Selbstverständlichkeit war. Born widmet sich mit Akribie und großer Sensibilität der Darstellung des Lebensweges der durch mehrere Studien hochqualifizierten Pianistin und Pädagogin. Es gelingt ihr, bisher unveröffentlichte Dokumente aus Archiven, privaten Sammlungen und Briefkorrespondenzen so zusammenzufügen, dass daraus das Bild einer Frau im Spiegel ihrer Zeit entsteht."
Ina Henning, DIE TONKUNST, 4/2024
"Sie war eine faszinierende Gestalt in der Interpreten-Geschichte: Die 1902 geborene Pianistin Irma Schoenberg Wolpe Rademacher hat einen tiefen Eindruck in der Musikgeschichte hinterlassen. Sie hat sich nicht nur beständig für neue Musik – auch in den USA – eingesetzt, hat Konzerte gespielt und Vorträge und Vortragskonzerte über diese Art der Musik gehalten, sondern sie hat auch viel an unterschiedlichen Institutionen in den USA unterrichtet, so dass die Zahl ihrer Schüler riesig ist. Die Stärke des Buchs liegt in den vielen Quellen, die uns die Autorin präsentiert."
Piano News, 3/2024