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    Zulassung, Prüfung, Zertifizierung
    Zum Strukturwandel höherer Musikausbildung

    • Kartoniert

      2026, 370 S., farb. Abb. , s/w Abb., 1. Auflage
      ISBN 978-3-689-30204-7
      € 45,00
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    • eBook (PDF)

      2026, 370 S., farb. Abb. , s/w Abb., 1. Auflage
      ISBN 978-3-689-30205-4
      € 0,00
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    Beschreibung

    Mit der Institutionalisierung höherer Musikausbildung gingen seit jeher auch Bestrebungen einher, Zugänge und Abschlüsse durch Zulassungsvoraussetzungen, Prüfungs- und Zertifizierungsverfahren zu regulieren. Das Buch rekonstruiert die Geschichte dieser Regulierungsbestrebungen, deren Ursachen und Folgen, die damit verbundenen Interessen und Debatten vom frühen 19. Jahrhundert bis in die NS-Zeit.

    Welche Interessen und Hoffnungen verbanden sich mit der Einführung von Zulassungs-, Prüfungs- und Zertifizierungsverfahren? Welche mit ihrer Verhinderung? Welche Rolle spielten dabei staatliche Akteure, Ausbildungsinstitutionen und berufsständische Interessengruppen? In welchem Verhältnis stand die strukturelle Organisation höherer Musikausbildung zu sich wandelnden Auffassungen von staatlicher Kultur- und Bildungspolitik?

    Zulassung, Prüfung und Zertifizierung erweisen sich dabei als Strukturmerkmale, an deren Entwicklung sich ein grundlegender Wandel des Verhältnisses der Musik zum öffentlichen Bildungswesen ablesen lässt. Ihre Regulierung diente als Hebel, Ausbildung und Berufszugang zu steuern und umzugestalten, erzeugte jedoch auch immer wieder Ambivalenzen und Reibungsflächen zwischen Normierungsbedürfnissen und Verständnissen von Musik als Kunst. Die Geschichte der Musikausbildung erscheint so aus einer neuen Perspektive. In deren Mittelpunkt stehen die rechtlichen und verwaltungstechnischen Rahmenbedingungen, unter denen sich spezifische Vorstellungen von musikalischer Bildung und professioneller Musikausbildung, von Kunst und Kunstlehre sowie von Prüf- und Lehrbarkeit herausbilden konnten.

    Inhaltsverzeichnis

    Einleitung: "Regulative"

    I. Institutionen
    1. Höhere Bildung und Bildungszugang
    Musik als Bildung: Legitimierung, Institutionalisierung, Curricularisierung
    Zulassungsregeln: Aus- und Einschlüsse
    2. Adolf Bernhard Marx, die Universität und das Berechtigungswesen
    Höhere Musikausbildung als Berechtigungswesen: zwei Programme, 1810/1832
    Musik an Universitäten: Möglichkeiten und Grenzen von Karrierewegen
    3. Staat und Zivilgesellschaft: Debatten um 1848
    Interessen an einer Neuorganisation der "Kunst-Angelegenheiten"
    Forderungen nach einem staatlichen Konservatorium und die Figur des "Musik-Beamten"
    4. Eine Hochschule für Musik?
    Der Hochschulbegriff in der Diskussion um 1848
    Hochschulgründung 1869
    Zwischen Begriff und Sache: Aspekte des Hochschulbegriffs um 1869
    5. Abschlüsse, Prüfungen, Zeugnisse
    Institutionelle Eigenheiten und Ausdifferenzierung des Zertifizierungswesens
    Zur Bedeutung musikspezifischer Abschlüsse und Zeugnisse im Kontext individueller Bildungswege
    6. Kunst und/oder Bildungsaufstieg
    Bildende Kunst und Musik: Ausbildungslandschaft und Debatten im Vergleich
    Fazit: Musik als Kunst und Bildungsweg

    II. Staatsprüfungen
    1. "Hebung des Standes"
    Verbandsgründungen und Professionalisierungsstrategien von Musiklehrkräften um 1880
    Staatliche Prüfungen: Rechtslage und erste Ansätze
    2. Musiklehrerinnen
    Zertifizierung als emanzipatorisches Projekt
    Neue Ansätze und Petitionen zur Einrichtung staatlicher Prüfungen, 1901–1907
    3. Verbandsprüfungen und Kongresse, 1903–1911
    Musikpädagogischer Verband und Musikpädagogische Kongresse
    Centralverband Deutscher Tonkünstler und Tonkünstlervereine
    Verbandsprüfungen und Bildungsvoraussetzungen
    4. Staatliche Eingriffe: 1907–1914
    Reformen im Bereich des schulischen Gesangunterrichts
    Wachsende Reformbereitschaft im Bereich des privaten Musikunterrichts
    5. Auf dem Weg zum "Privatmusikerlass": 1918–1925
    Synergien und Irritationen: Staat und Verbände 1921–1925
    Architektur des Privatmusikerlasses von 1925
    6. Das "künstlerische Lehramt"
    Gleichstellung von Kunst und Wissenschaft: Qualifikation und Besoldung im höheren Lehramt
    (Unerwünschte) Nebeneffekte: Ausbildungsreform und Stellenversorgung
    7. "Freie Kunstlehre"? Die Diskussion um den Privatmusikerlass
    Erziehung vs. Kunstlehre – Konzession vs. Freiheit
    Ist Lehrbefähigung prüfbar und wenn ja, wie?
    8. Anerkennung als behördliche Praxis, 1925–1930
    Umsetzung und Konsolidierung der staatlichen Prüfungen
    Dynamiken der Vergleichbarkeit: Statushierarchien und Verfahren staatlicher Anerkennung infolge des Privatmusikerlasses
    Fazit: Prüfung und Zertifizierung von Musiklehrkräften zwischen staatlichen und berufsständischen Gestaltungsansprüchen

    III. Normierungsdynamiken
    1. Musikhochschulen in der Weimarer Republik
    Staatliche Prüfungen und ihre Folgen auf die Hochschullandschaft
    Musikhochschulen und wissenschaftliche Hochschulen: Zugang und Abschluss als Differenzkriterien
    2. Verrechtlichung des Privatunterrichtswesens
    Prüfungs- und Seminarwesen: Vereinheitlichungstendenzen um 1930
    Regulierung des privaten Musikunterrichtswesens im NS
    3. Entprivatisierung und Verstaatlichung: Musikausbildung im NS-Staat
    Institutionen: Akademie, Musikhochschulen, Reichserziehungsministerium
    Zwischen An- und Aberkennung: Kodifizierung und Umdeutung des Hochschulbegriffs
    Segmentierungs- und Lenkungsbestrebungen: Das Musikerziehungswesen als "geschlossener Komplex"?

    Epilog: Das Besondere im Allgemeinen?

    Anhang
    Abkürzungen und Kurzformen
    Literaturverzeichnis
    Archivalische Quellen
    Abbildungsverzeichnis
    Tabellenverzeichnis
    Dank

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