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CineGraph Buch
Herausgegeben von Hans-Michael Bock, Jan Distelmeyer und Jörg Schöning
Malte Hagener (Hg.)
Geschlecht in Fesseln Sexualität zwischen Aufklärung und Ausbeutung im Weimarer Kino 1918-1933
2000, 179 Seiten, 22 s/w-Abbildungen ISBN 978-3-88377-643-9
€ 17,00
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Über den Band
Das Kino entstand aus dem Geist des Jahrmarkts: Der (neu)gierige Blick aus dem dunklen Kinosaal auf die erleuchtete Leinwand wurde als ebenso voyeuristisch und unschicklich empfunden wie die Sujets, die häufig der Welt der Boulevardschlagzeilen mit ihrer Sensationslust auf "Sex & Crime" entstammten. Ebenso entstand das Kino aus dem Geist der Wissenschaft: Fotografische Bewegungsstudien von (nackten) Menschen gehören zu den Vorläufern der Kinematografie. Der Sexualaufklärungsfilm, der in der Zeit der Weimarer Republik eine Blüte erlebte, vereinigt diese beiden Tendenzen - in keinem anderen Genre stoßen sie so frontal aufeinander, in keinem anderen Genre gehen sie eine solch sinnfällige Verbindung ein.
Die deutsche Gesellschaft machte während und nach dem Ersten Weltkrieg tiefgreifende Wandlungen durch, die sich deutlich im Kino abbildeten. Geschlechterrollen veränderten sich radikal, sexuelle Orientierungen wurden ausgelotet, Geschlechtskrankheiten verbreiteten sich. Das Versprechen einer neugewonnenen Freiheit prallte auf die Furcht vor gesellschaftlichen und kulturellen Umwälzungen, die alles unter sich zu begraben drohten - in diesem Spannungsfeld entstanden die zahlreichen Aufklärungsfilme, die Themen wie Geburtenkontrolle, Geschlechtskrankheiten, Prostitution, Homosexualität behandelten.
Wie wurde im Kino der Weimarer Republik Sexualität dargestellt, wie über sie nachgedacht, welche staatlichen Zensurmaßnahmen sollten den Status quo erhalten, und welche unausgesprochenen Annahmen und Tabus beinhalten diese Filme trotz aller republikanischen Freiheiten - diese Fragen untersuchen die Aufsätze im neuen CineGraph Buch aus unterschiedlichen Perspektiven. Der Band enthält Beiträge von Olaf Dohrmann, Tim Gallwitz, Malte Hagener, Evelyn Hampicke, Jan Hans, Dietmar Jazbinsek, Ursula von Keitz, Thierry Lefebvre, Heide Schlüpmann, Ulf Schmidt und Eva Sturm.
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