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Rezension
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Das Buch untersucht das Austauschverhältnis von populärer Anthropologie, nationaler Identität und kolonialer Nostalgie nach Ende des Ersten Weltkriegs. Ausgehend von Ansätzen der postkolonialen Theorie, analysiert Tobias Nagl die Produktion und Rezeption einer Vielzahl vergessener oder verschollener Spiel- und Dokumentarfilme in ihrem ästhetischen, politischen und filmwirtschaftlichen Kontext. In den unterschiedlichsten Genres – vom populären Abenteuer-Serial über den ethnographischen Kulturfilm bis zum Musikfilm – erkennt Nagl gemeinsame Konstruktionsweisen eines nicht-weißen Anderen, das als unheimliche Projektionsfläche ambivalenter Begierden diente und sowohl Faszination wie Angst auslöste. Zugleich rekonstruiert Nagls Buch die vergessene Geschichte schwarzer und asiatischer Migranten in Deutschland, die im Weimarer Kino ein Auskommen als „Exoten“ fanden, aber auch gegen ihre rassistische Repräsentation intervenierten. Die Produktion von kolonialen Bilderwelten im Kino wird so als soziales Verhältnis zwischen historischen Akteuren lesbar. „Die unheimliche Maschine: Rasse und Repräsentation im Weimarer Kino“ liefert damit eine materialreiche Archäologie des Weimarer Kinos jenseits des filmhistorischen Kanons.
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