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Fünf Scheerbart-Bände und die Monografie von Mechthild Rausch
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»Der alte Orient«: assyrisch-babylonische Träumereien Paul Scheerbarts, in einem leichten, lakonischen, von zartem Humor gefärbten Ton geschrieben. Mechthild Rausch hat ein Werk rekonstruiert und kommentiert, das Scheerbart geplant hat, dessen Teile zu seinen Lebzeiten aber nur verstreut erscheinen konnten.
Architektonische und astrale Phantasien, skurrile Erfindungen und groteske Sprachminiaturen - dies vor allem assoziiert man mit Paul Scheerbart. Seine Beschäftigung mit der Kultur des Orients bildete jedoch keineswegs eine Abweichung von seiner literarischen Generallinie, vielmehr stand sie am Anfang und am Ende seines Schaffens und wirkte sich unterschwellig auch auf andere Werke aus. Die Leidenschaft für Astronomie und Architektur, die Vorliebe für strenge Formen und Zeremonielle, die Verachtung der Realität und die Sehnsucht nach dem Jenseits: all dies las Scheerbart aus den erhaltenen Fundstücken altorientalischer Kulturen heraus - und in sie hinein.
1914, ein Jahr vor Scheerbarts Tod, erwarb der Verleger Georg Müller von ihm die Rechte für den Roman »Meteorgeister« und die Prosasammlung »Der alte Orient«. Beide Werke wurden nicht veröffentlicht, die Manuskripte sind verschollen. Der Inhalt des »Alten Orient« ging jedoch nicht verloren. Wie Scheerbarts Briefen zu entnehmen ist, veröffentlichte er die Novelletten aus »Assyrien, Palmyra und Babylon« noch zu Lebzeiten in verschiedenen Zeitungen und Zeitschriften. Die Herausgeberin hat das Werk rekonstruiert und stellt die altorientalischen Erzählungen erstmals im Zusammenhang vor.
Die assyrisch-babylonischen Träumereien sind in einem leichten, lakonischen, von zartem Humor gefärbten Stil geschrieben, der auch die zuvor entstandenen »Astralen Novelletten« auszeichnet und der typisch ist für den späten Scheerbart.
Ein ausführliches Nachwort von Mechthild Rausch kommentiert die »Kulturnovelletten« und gibt Aufschluß über ihre Publikationsgeschichte.
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