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Dritte Vorlesung, 12. Mai 2003 Über den RUF und die Gruppe 47 Aufriss und Daten
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Zur Gruppe 47 ist ein wichtiger TEXT+KRITIK-Sonderband erschienen: Die Gruppe 47. Zweite, gründlich überarbeitete Auflage, München 1986.
Außerdem: Heinz Ludwig Arnold: »Die Gruppe 47«. Ein Hörbuch mit vielen Originalstimmen aus der Gruppe, Hör-Verlag, München 2002.
Zu einzelnen Autoren der Gruppe sind verschiedene TEXT + KRITIK-Hefte erschienen.
Folgende Hefte sind erhältlich: Ingeborg Bachmann (Heft 6), Heinrich Böll (Heft 33),
Paul Celan (Heft 53/54),
Hans Magnus Enzensberger (Heft 49), Hubert Fichte (Heft 72), Erich Fried (Heft 91),
Günter Grass (Heft 1), Peter Handke (Heft 24), Ludwig Harig (Heft 135), Helmut Heißenbüttel (Heft 69/70), Wolfgang Hildesheimer (Heft 89/90), Peter Huchel (Heft 157), Uwe Johnson (Heft 65/66), Alexander Kluge (Heft 85/86), Karl Krolow (Heft 77), Günter Kunert (Heft 109), Hermann Lenz (Heft 141), Siegfried Lenz (Heft 52), Walter Mehring (Heft 78), Paul Nizon (Heft 110), Peter Rühmkorf (Heft 97), Martin Walser (Heft 41/42), Dieter Wellershoff (Heft 88).
Folgende Hefte sind vergriffen, in Bibliotheken jedoch zugänglich: Alfred Andersch (61/62), Günter Eich (5), Wolfgang Koeppen (34), Peter Weiss (37).
Im Juli 2003 erscheint ein TEXT+KRITIK-Heft über Jürgen Becker (159).
1947 entstand sie, 1967 Jahren hörte sie auf zu existieren, ohne je ganz aus der deutschen Literatur zu verschwinden: die von Jahr zu Jahr stärker legendenumwobene Gruppe 47. Sie hat eine deutliche Spur in der deutschen Literatur hinterlassen.
Bis zum Anfang des neuen Jahrhunderts und noch etwas darüber hinaus bestimmten und bestimmen Kritiker wie Marcel Reich-Ranicki, Joachim Kaiser, Hellmuth Karasek, Reinhard Baumgart, Walter Jens und Fritz J. Raddatz die literarische Debatte entscheidend mit.
Siegfried Lenz, Dieter Wellershoff, Gabriele Wohmann, Peter Härtling, Jürgen Becker, Peter Handke, Peter Bichsel, Günter Kunert, F. C. Delius, Carl Amery, Ernst Augustin und viele anderer, die zur Gruppe 47 gerechnet werden, markieren die deutsche literarische Landschaft noch immer auffällig mit.
Die kulturgeschichtlichen und gesellschaft-lichen Gründe für diese eindrückliche und nachhaltige Wirkung hat Hermann Kinder 1989 formuliert: »Die Bedeutung der Literatur der Gruppe 47 hat Bedin-gungen der Homogenität gehabt, die historisch nicht wiederholbar sind: die feste Einbindung der Literatur in den Meinungsbildungsprozeß und einen oppositionellen Konsens, der sich aus der Ablehnung obsoleter Mentali-täten, insbesondere der mangelnden Überwindung des faschistischen Erbes ergab.« (Hermann Kinder: »Sätze zum Satz vom Ende der Literatur«, in: TEXT + KRITIK Heft 113, 1992: »Vom gegenwärtigen Zustand der deutschen Literatur«, S. 6 f.)
Angefangen hatte das alles ja nicht literarisch, sondern politisch-publizistisch: mit der Zeitschrift »Der Ruf. Unabhängige Blätter der jungen Generation«, ihre erste Ausgabe erschien am 15. August 1946. Von da an kam sie alle vierzehn Tage heraus. Alfred Andersch und Hans Werner Richter bestimmten von Anfang an die politische Linie des »Ruf«.
Charakteristisch für den »Ruf« war die unbekümmerte Art seiner Meinungsäußerung. Er opponierte gegen die selbstherrlichen Übergriffe der Besatzungsmacht, die mit den demokratischen Prinzipien, welche sie den Deutschen beibringen wollte, wenig übereinstimmten.
Seine Redakteure wurden deshalb einige Male verwarnt, schließlich entlassen. Die letzte, sechzehnte Nummer des »Ruf« unter der Herausgeberschaft von Alfred Andersch und Hans Werner Richter erschien am 1. April 1947. Der »Ruf« erscheint, nun unter der Leitung Erich Kubys, noch bis zum Ende des Jahres 1947. Nie wieder erreichte er seine alte Bedeutung.
Hans Werner Richter entwickelte das Konzept für eine neue Zeitschrift, an der vor allem die engen Mitarbeiter des »Ruf« wieder mitwirken sollten: Alfred Andersch und Wolfdietrich Schnurre, Walter Kolbenhoff und Wolfgang Bächler, auch Günter Eich. Der Titel der Zeitschrift: »Der Skorpion« (ein Reprint des »SKORPION. Mit einer Dokumentation zur Geschichte des ›Skorpion‹ und einem Nachwort zur Geschichte der Gruppe 47 von HLA« erschien im Wallstein Verlag, Göttingen 1991). Aus dem Treffen dieser und anderer Mitarbeiter bei der Lyrikerin Ilse Schneider-Lengyel am Bannwaldsee in der Nähe von Füssen entstand, am 6. und 7. September, die Gruppe 47.
1950 tagte die Gruppe 47 im ehemaligen Kloster des schwäbischen Örtchens Inzigkofen. Bemerkenswert an dieser Tagung war, dass auf ihr zum ersten Mal der Preis der Gruppe 47 vergeben wurde. Dieser Preis war, so lange die Gruppe 47 bestand, der begehrteste Literaturpreis der Bundesrepublik. Günter Eich wurde der erste Preisträger der Gruppe 47.
Was die Gruppe wirklich ausmachte, war die handfeste Kritik der gelesenen Texte. Zweierlei charakterisierte diese Kritik: Sie wurde unmittelbar nach der Lesung formuliert. Und die Vorlesenden durften sich zur Kritik nicht äußern, allenfalls offensichtliche Hörfehler korrigieren - wer diese Form der Kritik nicht ertrug, wurde nicht wieder eingeladen.
Kritik in der Gruppe 47 war nicht das ex cathedra verkündete Urteil eines Kritikers, sondern das war ein Ensemble kritischer Meinungen, die häufig genug gegeneinanderstanden und einander korrigierten: Kritik als das Kollektiv einer Vielfalt.
Mitte bis Ende der 50er Jahre rückte die Gruppe 47 zunehmend ins öffentliche Interesse mit jenen Schriftstellern, die den Ruhm der Gruppe begründete: Böll und Bachmann, Eich und Walser, Enzensberger und Grass, Hildesheimer, Siegfried Lenz, Uwe Johnson, Peter Weiss.
1957, in ihrem zehnten Jahr, tagt die Gruppe in Niederpöcking am Starnberger See. Eine für die Entwicklung der Gruppe wichtige Tagung: Nach den Lesungen gerät die Kritik zum Streit: Realisten stehen gegen Formalisten. Es droht, was Hans Werner Richter stets vermeiden wollte: eine Grundsatzdebatte.
In dieser Kontroverse wird ein Vorschein davon sichtbar, was Jahre mit zum Ende der Gruppe beiträgt: immer fester sich fügende gegensätzliche Vorstellungen von Literatur, die von einer immer mehr professionalisierten Kritik als unanfechtbar ausgegeben werden. Es ging um Bewertungen, kaum mehr um handwerkliche Manuskriptarbeit unter Autoren. Die Tagungen der Gruppe gerieten zunehmend zur Literaturbörse, und die Kritik wurde zum Vorlektorat für Verleger.
Die Gruppe veränderte sich grundsätzlich.
Noch mehr als zuvor drängten nun Autoren und Kritiker, Verleger und Lektoren auf die Tagungen, von denen sie sich, jeder auf seine Weise, Gewinn versprachen.
Die Institutionalisierung der Gruppe 47 als Literaturbörse hatte ihre Schattenseiten. Wert von der Kritik nicht akzeptiert wurde, fand so leicht auch keinen Verlag.
Die sechziger Jahre brachten der Gruppe 47 enorme Publizität und das Ende.
Eine neue Generation von Autoren drängte in die Gruppe, die von den Universitäten kam, firm in Theorie und im Umgang mit den neuesten ästhetischen Verfahren - eine neue Generation, die, wie Richter einmal geschrieben hat, »begabter war als die alte, und intoleranter«. Die Öffnung der Gruppe 47 für diese Generation war unumgänglich, wenn die Gruppe weiter bestehen sollte - und doch war sie auch ein Grund für ihr Ende, wie Joachim Kaiser zutreffend anmerkte: »Zum Ende der Gruppe 47 führte hauptsächlich der Umstand, daß sie zu alt wurde. Die Gruppe bestand nun also aus erstens relativ erfolgreichen, zweitens relativ alten Leuten. Wo Richter nun tatsächlich ein älterer Herr war, jetzt war ihm die junge Literatur verhältnismäßig fern gerückt. Da kannte er sich, grob gesagt, nicht mehr so aus. Da kannten wir uns auch nicht mehr aus. (...) Es war ein Generationsgegensatz auch innerhalb der Gruppe, und vor allem war es der Umstand, daß Hans Werner Richter und sozusagen der innere Kreis der Gruppe, daß die über die damals Zwanzigjährigen, also über die Brinkmanns und über die ganz moderne, auch lyrische Literatur, die konkrete Poesie und so weiter ... das lag diesen Realisten eigentlich nicht. Und darum bekam die Gruppe etwas nicht mehr ganz kompetentes mit dem jeweils vordersten Standpunkt der Literatur.« (Vgl. mein Hörbuch zur Gruppe 47)
Die Gruppe war, politisch und literarisch, mit ihren Vorstellungen an einen Zielpunkt gelangt: Ihr Literaturprogramm war erfolgreich geworden, und einiges von ihrem vagen Politikverständnis, das immer auf Reform, nie auf Revolution angelegt war, hatte sich durchgesetzt. Die Gruppe 47 war, ob sie es wollte oder nicht, in eine Repräsentationsrolle hineingewachsen, die ihr mit politischen und literarischen Argumenten von der jungen Generation aber bestritten wurde. Sie gehörte zum bundesrepublikanischen status quo. Doch eben den stellte diese junge Generation in Frage - da war keine Verständigung mehr möglich.
Drei Meinungen zum Ende der Gruppe 47:
Klaus Wagenbach: »(...) das war halt ne Versammlung von Klassikern. Auch mit dem entsprechenden pompösen Gehabe und, also, sie bekam etwas - ja, wie soll man sagen? - etwas Honoratiorenmäßiges. Es spielt sicher ne Rolle, wenn so ein Punkt eintritt, dann muß irgendwie ein Aufstand stattfinden oder was, nicht?, und die Sache sich von innen heraus erneuern oder sich spalten oder es geht eben einfach zu Ende. Dieser Punkt war sicher erreicht.«
Fritz J. Raddatz: »Das eigentliche Auseinanderbersten hängt sicherlich mit politischen Fragen zusammen (...) nun kam eine jüngere Generation, eben von Studenten aus den Universitäten, die inzwischen sich mit Soziologie, mit Politologie, mit Geschichte auf ganz andere Weise, mit etwa Theorie des Faschismus beschäftigt hatten und die ganz bestimmte, sehr viel präzisere politische Vorstellungen hatten. Für diese, ich nenn das jetzt mal Studentengeneration waren eigentlich die Leute der Gruppe 47 alte Säcke, literarische Papas, die sie mit ihren verhältnismäßig läppischen Anti-Springer-Resolutionen oder Pro-Augstein-Resolutionen nicht recht ernst nahmen, weil tatsächlich keiner von denen irgendeinen gesellschaftspolitischen Ansatz hatte - mit wenigen Ausnahmen: Walser, Lettau... fingen an, sich dem anzunähern, aber die meisten waren allenfalls, sagen wir mal, krittelnd, spöttelnd in ihrer Grundhaltung (etwa Enzensberger in seinen Gedichten) Phänomene zersetzend, aber nie tatsächlich die Ursache, gesellschaftliche Ursachen auch nur analysierend, geschweige denn fähig, ein Modell für neue Gesellschaftsformen zu entwickeln. - Da kam also ein Bruch, der mit ganz verschiedenen Wertigkeiten und politischen Vorstellungen zusammenhing. Wenn überhaupt, dann kann man vielleicht sagen, daß die Autoren der Gruppe 47 diesen Staat, aber ein bißchen verbessert, also reformistisch, sahen, während die neue Generation in der Studentenbewegung einen anderen Staat wollte.«
Erich Fried: »Ich war ganz begeistert, als der Handke seine Gruppenbeschimpfung vorgenommen hat. Ich glaube, im Wesentlichen war's das, daß eine Institution wie die Gruppe, wenn sie sich nicht weiterentwickelt und nichts Neues tut und nicht besser wird, daß sie dann überaltern muß. Es hatten sich Alterserscheinungen in der Gruppe ausgebildet, manche Leute hatten keine Lust mehr zu kommen, und zwar wichtige Leute (...). Es war sicher nicht die Studentenbewegung, die der Gruppe irgendwie ein Ende bereitet hat, nicht einmal ein Ende bereiten wollte. Die Demonstration der Studenten hatte ja höchstens die Absicht, die Gruppe dazu aufzufordern, mehr zu tun und sich stärker zu engagieren als bisher und nicht etwa Selbstmord zu begehen.« (alle drei in der Originaltonfassung in meinem Hörbuch zur Gruppe 47)
Die Gruppe 47 paßte wohl einfach nicht mehr in die Zeit. Zu den literarischen Fraktionierungen, die schon 1957 sichtbar geworden waren, kamen nun auch die politischen. Einige Autoren wollten eine andere Gruppe, oder sie wollten mit der Gruppe etwas anderes als Hans Werner Richter.
1967 fand in der Pulvermühle in Oberfranken die letzte Tagung statt. Eine weitere war geplant, 1968 bei Prag. Sie wurde vom Einmarsch der Truppen des Warschauer Pakts verhindert.
Auf der letzten Tagung, 1967 in der Pulvermühle, las ein letztes Mal auch Günter Eich - »Maulwürfe«.
(Der Text von Eich in HLA: dtv-Anthologie, Band 6, S. 135; und gelesen auf der CD meines Hörbuchs zur Gruppe 47).
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Materialien zur Gruppe 47
Tagungen und Preisträger der Gruppe 47
6. - 7. September 1947: Bannwaldsee bei Füssen
8. - 9. November 1947: Herrlingen bei Ulm
3.- 4. April 1948: Jugenheim an der Bergstraße
September 1948: Altenbeuren (Oberbayern)
28. April - 1. Mai 1949: Marktbreit bei Würzburg
14. - 16. Oktober 1949: Utting am Ammersee
12. - 14. Mai 1950: Inzigkofen
* 1. Preis der Gruppe 47: Günter Eich (für Gedichte)
4. - 7. Mai 1951: Bad Dürkheim
18. - 20. Oktober 1951: Laufenmühle bei Ulm
* 2. Preis der Gruppe 47: Heinrich Böll (für »Die schwarzen Schafe«)
23. - 25. Mai 1952: Niendorf (Ostsee)
* 3. Preis der Gruppe 47: Ilse Aichinger (für »Spiegelgeschichte«)
31. Okt. - 2. Nov. 1952: Burg Berlepsch bei Göttingen
22. - 24. Mai 1953: Mainz
* 4. Preis der Gruppe 47: Ingeborg Bachmann (für Gedichte)
16. - 18. Oktober 1953: Bebenhausen bei Tübingen
29. April - 2. Mai 1954: Cap Circeo/Italien
* 5. Preis der Gruppe 47: Adriaan Morriën (für eine Satire)
15. - 17. Oktober 1954: Burg Rothenfels bei Würzburg
13. - 15. Mai 1955: Berlin
* 6. Preis der Gruppe 47: Martin Walser (für die Erzählung »Templones Ende«)
14. - 16. Oktober 1955: Bebenhausen bei Tübingen
25. - 27. Oktober 1956: Niederpöcking am Starnberger See
27. - 29. September 1957: Niederpöcking am Starnberger See
31. Okt. - 2. Nov. 1958: Großholzleute (Allgäu)
* 7. Preis der Gruppe 47: Günter Grass (für Lesung aus »Die Blechtrommel«)
23. - 25. Oktober 1959: Schloß Elmau bei Mittenwald
26. - 29. Mai 1960: Ulm (Hörspieltagung)
4. - 6. November 1960: Aschaffenburg
14. - 16. April 1961: Sasbachwalden bei Achern (Fernsehspieltagung)
27. - 29. Oktober 1961: Jagdschloß Göhrde bei Lüneburg
26. - 28. Oktober 1962: Berlin
* 8. Preis der Gruppe 47: Johannes Bobrowski (für Gedichte)
24. - 28. Oktober 1963: Saulgau bei Ulm
9. - 13. September 1964: Sigtuna/Schweden
16. - 21. November 1965: Berlin
* 9. Preis der Gruppe 47: Peter Bichsel (für Lesung aus dem Roman »Die Jahreszeiten«)
22. - 24. April 1966: Princeton, NJ/USA
5. - 8. Oktober 1967: Pulvermühle bei Waischenfeld (Oberfranken)
* 10. Preis der Gruppe 47: Jürgen Becker (für Lesung aus »Ränder«)
16. - 19. September 1977: Saulgau bei Ulm (»Begräbnistagung«)
25. - 27. Mai 1990: Dobris bei Prag
Die Gruppenmitglieder
Ilse Aichinger - Carl Amery - Alfred Andersch - Ernst Augustin - Ingrid Bachér - Ingeborg Bachmann - Wolfgang Bächler - Arnold Bauer - Reinhard Baumgart - Konrad Bayer - Enrique Beck - Jürgen Becker - Reinhard Paul Becker - Friedemann Berger - Peter Bichsel - Johannes Bobrowski - Heinrich Böll - Elisabeth Borchers - Nicolas Born - Hans Georg Brenner - Hans Christoph Buch - Paul Celan - Peter O. Chotjewitz - Louis Clappier - Heinz von Cramer - F.C. Delius - Reinhard Döhl - Milo Dor - Ernst-Jürgen Dreyer - Günter Eich - Armin Eichholz - Carl-Heinz Eickert - Karl-Wilhelm Eigenbrodt - Herbert Eisenreich - Gisela Elsner - Hans Magnus Enzensberger - Ingeborg Euler - Peter Faecke - Reinhard Federmann - Christian Ferber - Hubert Fichte - Humbert Fink - Uve Fischer - Erich Fried - Heinz Friedrich - Gerd Fuchs - Christian Geissler - Thomas Gnielka - Günter Grass - Gunter Groll - Helmuth de Haas - Peter Härtling - Peter Hamm - Peter Handke - Ludwig Harig - Rudolf Hartung - Rolf Haufs - Herbert Heckmann - Klaus Peter Hein - Hans Jürgen Heise - Helmut Heißenbüttel - Walter Heist - Wolfgang Held - Siegfried Heldwein - Georg Hensel - Günter Herburger - Kurt Heuser - Richard Hey - Wolfgang Hildesheimer - Walter Hilsbecher - Hans Rudolf Hilty - Walter Hinderer - Peter Hirche - Walter Höllerer - Jürgen von Hollander - Margarete Hohoff - Karl August Horst - Heinz Huber - Günter Hufnagel - Urs Jäggi - Janheinz Jahn - Josef Janker - Walter Jens - Bernd Jentzsch - Uwe Johnson - Robert Kahn - Joachim Kaiser - Hellmuth Karasek - Hermann Kesten - Alexander Kluge - Barbara König - Walter Kolbenhoff - Christine Koschel - Fritz Kracht - Rudolf Krämer-Badoni - F. Kretzdorn - Karl Krolow - Hans Jürgen Krüger - Erich Kuby - Otto Heinrich Kühner - Günter Kunert - Paul Kuntorad - Hans Joachim Lange - Rudolf Langer-Neisse - Dieter Lattmann - Gert Ledig - Hermann Lenz - Reimar Lenz - Siegfried Lenz - Reinhard Lettau - Jakov Lind - Manuel van Loggem - Wolfgang Lohmeyer - Wolfgang Maier - Klaus Mampell - Manfred Mansfeld - Hans Mayer - Walter Mehring - Veijo Meri - Benno Meyer-Wehlack - Karl Mickel - Ulf Miehe - Horst Mönnich - Adrian Morriën - Bastian Müller - Marlise Müller - Horst Richard Münnich - Thomas Münster - J. Muljono - Hans Josef Mundt - Paul Nizon - Klaus Nonnenmann - Helga M. Novak - Tadeusz Nowakowski - Günter Oliass - Heinz Olschewski - Gunar Ortlepp - Hermann Peter Piwitt - Friedrich Podszus - Johannes Poethen - Wolfgang Promies - Kuno Raeber - Joachim Rasmus-Braune - Ruth Rehmann - Marcel Reich-Ranicki - Christa Reinig - Stefan Reisner - Hans Werner Richter - Luise Rinser - Klaus Roehler - Rolf Roggenbuck - Davis Rokeah - Peter Rühmkorf - Hans Sahl - Ole Sarvig - Paul Schallück - Wieland Schmied - Hans Jörg Schmitthenner - Ernst Schnabel - Franz Joseph Schneider - Rolf Schneider - Ilse Schneider-Lengyel - Wolfdietrich Schnurre - Matthias Schreiber - Rolf Schroers - Max Walter Schulz - Hans Dieter Schwarze - Günter Seuren - Johannes Mario Simmel - Hans Jürgen Soehring - Villy Sörensen - Nicolaus Sombart - Willy Steinborn - Jörg Steiner - Klaus W. Stephan - Klaus Stiller - Michael Stone - Albin Stuebs - Albert Vigoleis Thelen - Franz Tumler - Heinz Ulrich - Klaus Wagenbach - Martin Walser - Dietrich Warnesius - Heinz Weder - Hans Weigel - Peter Weiss - Dieter Wellershoff - Aar van de Werfhorst - Wolfgang Weyrauch - Erwin Wickert - Gabriele Wohmann - Ror Wolf - Karl Alfred Wolken - Dieter Wys-Sonnenberg - Barbara Zaehle - Gerhard Zwerenz
Gäste der Gruppe 47
Adolf Arndt - Fritz Arnold - Rudolf Augstein - Gerhard Bahlsen - Joachim P. Bauke - Rolf Becker - Hans Bender - Gottfried Beutel - Günther Birkenfeld - Ernst Bloch - Bernhard Blume - Helmut M. Braem - Susanne Brenner-Rademacher - Heinz Dürrbeck - Hans-Geert Falkenberg - Paul Flora - Erich Franzen - Walter Helmut Fritz - Lew Ginsburg - Herbert Georg Göpfert - Lars Gustafson - Sebastian Haffner - Rudolf Hagelstange - Michael Hamburger - Carl Hanser - Walter Hasenclever - Henry Hatfield - Ronald Hauser - Peter Heller - Hans Werner Henze - Stephan Hermlin - Luise Hofstadt - Peter Huchel - Herbert Hupka - Walter Hust - Erich Kästner - Alfred Kantotowicz - Ernst Kreuder - Wolfgang Koeppen - Marie-Luise Kaschnitz - Daniel Keel - Alexander Kirchheim - Albrecht Knaus - Gustav Korlén - Hans Peter Krüger - Horst Krüger - Victor Lange - Heinrich M. Ledig-Rowohlt - Ernest Leo - Rudolf Walter Leonhardt - Sabina Lietzmann - Göran Löfdahl - Hermann Mährlein - Walter Mannzen - Georgij Markov - Henry Meyer-Brockmann - Friedrich Minssen - Burkhard Nadolny - Ivan Nagel - Wolfgang Neuß - Jost Nolte - Luigi Nono - Klaus Piper - Rüdiger Proske - Jesco von Puttkamer - Fritz J. Raddatz - Georg Ramseger - Gregor von Rezzori - Toni Richter - Klaus Rainer Röhl - Ernst Theo Rohnert - Wolf Rosenberg - Josef Rovan - Ernst Rowohlt - Hans Joachim Schedlich - Inge Scholl - Franz Schonauer - Hans Schwab-Felisch - Heinz Schwitzke - Gerhard Scszesny - Wladimir Solouchin - Peter Szondi - Christian Tauchnitz - Alexander Tschejschwili - Bodo Uhse - Siegfried Unseld - Thomas von Vegesack - Karl Gunnar Vennberg - Bernward Vesper - Otto F. Walter - Günther Weisenborn - Hansjörg Weisenburger - Roland H. Wiegenstein - Jewgeni Winokurow - Andrzej Wirth - Franz Wischnewski - Antoine Wiss-Verdier - Helen Wolff - Freia von Wühlisch - Herbert Zachäus - Dieter E. Zimmer
Biogramme von wichtigen Mitgliedern der Gruppe 47
(mit Publikationen in der zeitlichen Umgebung der Gruppe 47)
Ilse Aichinger, geboren 1921 in Wien; nach dem »Anschluß« Österreichs verfolgt, ab 1950 Abeit im S. Fischer Verlag. Publikationen bis 1970 u.a.: »Die größere Hoffnung. Roman« (1948), »Rede unter dem Galgen. Erzählungen« (1952), »Wo ich wohne. Erzählungen, Gedichte, Dialoge« (1963), »Eliza Eliza. Erzählungen« (1965), »Auckland. 4 Hörspiele« (1969). Preis der Gruppe 47 (1952).
Carl Amery, geboren 1922 in München; arbeitete zeitweilig als Dramaturg und Redakteur, von 1967 bis 1971 Direktor der Städtischen Bibliotheken München. Publikationen bis 1970 u.a.: »Der Wettbewerb. Roman« (1954), »Die große deutsche Tour. Roman« (1958), »Die Kapitulation oder Deutscher Katholizismus heute« (1963).
Alfred Andersch, geboren 1914 in München, gestorben 1980 in Berzona; Redaktionarbeit bei der Kriegsgefangenenzeitschrift »Der Ruf« in den USA, nach 1945 zus. mit Hans Werner Richter Heraugeber von »Der Ruf«, ab 1948 leitende Tätigkeit in Redaktionen verschiedener Rund-funksender, Herausgeber der Zeitschrift »Texte und Zeichen« (1955-1957). Publikationen bis 1970 u.a.: »Deutsche Literatur in der Entscheidung« (1948), »Die Kirschen der Freiheit. Ein Bericht« (1952), »Sansibar oder der letzte Grund« (1957), »Die Rote. Roman« (1960), »Efraim. Roman« (1967).
Jürgen Becker, geboren 1932 in Köln; 1959 kurzzeitig Mitarbeiter beim Westdeutschen Rundfunk, danach Lektor beim Rowohlt Verlag, ab 1973 Leitung des Suhrkamp-Theater-Verlags. Publikationen bis 1970 u.a.: »Phasen« (1960), »Felder« (1964), »Ränder« (1968), »Umgebungen« (1970). Preis der Gruppe 47 (1967).
Peter Bichsel, geboren1935 in Luzern; bis 1968 Primarlehrer. Publikationen bis 1970 u.a.: »Eigentlich möchte Frau Blum den Milchmann kennenlernen« (1964), »Die Jahreszeiten« (1967), »Des Schweizers Schweiz« (1969), »Kindergeschichten« (1969). Preis der Gruppe 47 (1965).
Johannes Bobrowski, geboren 1917 in Tilsit, gestorben 1965 in Berlin; 1949 Rückkehr aus sowjetischer Kriegsgefangenschaft, danach Lektor im Altberliner Verlag Lucie Groszer, ab 1959 im Union Verlag. Publikationen u.a.: »Sarmatische Zeit. Gedichte« (1961), »Schattenland Ströme. Gedichte« (1962), »Levins Mühle. 34 Sätze über meinen Großvater« (1964), »Mäusefest und andere Erzählungen« (1965). Preis der Gruppe 47 (1962).
Heinrich Böll, geboren 1917 in Köln, gestorben 1985 in Bornheim-Merten. Publikationen bis 1970 u.a.: »Der Zug war pünktlich« (1949), »Die schwarzen Schafe« (1951), »Wo warst du, Adam? Roman« (1951), »Das Brot der frühen Jahre« (1955), »Billard um halb zehn. Roman« (1959), »Ansichten eines Clowns. Roman« (1963), »Entfernung von der Truppe« (1964), »Ende einer Dienstfahrt« (1966). Preis der Gruppe 47 (1951), Georg-Büchner-Preis (1967), Nobelpreis für Literatur (1972).
Paul Celan, geboren 1920 in Czernowitz/Bukowina, gestorben 1970 in Paris (Freitod); seine Eltern wurden in deutschen Konzenstrationslagern umgebracht; Celan kehrte 1944 aus einem Arbeitslager in Rumänien zurück, 1947/48 Emigration über Wien nach Paris, dort ab 1959 Lektor für deutsche Sprache und Literatur an der École Normale Supérieure. Publikationen u.a.: »Mohn und Gedächtnis« (1952), »Sprachgitter« (1959), »Die Niemandsrose« (1963), »Atemwende« (1967), »Fadensonnen« (1968), »Lichtzwang« (1970). Georg-Büchner-Preis (1960).
Günter Eich, geboren 1907 in Lebus a. d. Oder, gestorben 1972 in Groß-Gmain bei Salzburg. Publikationen u.a.: »Abgelegene Gehöfte. Gedichte« (1948), »Botschaften des Regens. Gedichte« (1955), »Stimmen. Sieben Hörspiele« (1958), »Anlässe und Steingärten. Gedichte« (1966), »Maulwürfe. Prosa« (1968). Preis der Gruppe 47 (1950), Georg-Büchner-Preis (1959).
Hans Magnus Enzensberger, geboren 1929 in Kaufbeuren; 1955 Promotion, bis 1957 Redakteur beim Süddeutschen Rundfunk, 1960/61 Lektor im Suhrkamp Verlag, 1964/65 Poetikprofessur an der Universität Frankfurt, 1965 Gründung der Zeitschrift »Kursbuch«. Publikationen bis 1970 u.a.: »verteidigung der wölfe. Gedichte« (1957), »Museum der modernen Poesie« (Hg., 1960), »landessprache. Gedichte« (1960), »Einzelheiten. Essays« (1962), »blindenschrift. Gedichte« (1964), »Das Verhör von Habana« (1970). Georg-Büchner-Preis (1963).
Erich Fried, geboren 1921 in Wien, gestorben 1988 in Baden-Baden; seit 1938 Emigrant in London, 1952 bis 1968 Kommentator des deutschen Programms der BBC. Publikationen bis 1970 u.a.: »Gedichte« (1958), »Ein Soldat und ein Mädchen. Roman« (1960), »Warngedichte« (1964), »und Vietnam und. Einundvierzig Gedichte« (1966), »Zeitfragen. Gedichte« (1968). Georg-Büchner-Preis (1987).
Günter Grass, geboren 1927 in Danzig; 1948 bis 1956 Studium der Graphik und Bildhauerei in Düsseldorf und Berlin, bis 1959 Aufenthalt in Paris, 1960 Rückkehr nach Berlin. Publikationen bis 1970 u.a.: »Die Vorzüge der Windhühner. Gedichte« (1956), »Die Blechtrommel« (1959), »Katz und Maus. Eine Novelle« (1961), »Hundejahre« (1963), »Die Plebejer proben den Aufstand. Ein deutsches Trauerspiel« (1966). Preis der Gruppe 47 (1958), Georg-Büchner-Preis (1965), Nobelpreis für Literatur (1999).
Peter Handke, geboren 1942 in Griffen/Kärnten; 1961 bis 1965 Jurastudium in Graz, nach Annahme des Romanmanuskripts »Die Hornissen« durch den Suhrkamp Verlag Abbruch des Studiums. Publikationen bis 1970 u.a.: »Die Hornissen« (1966), »Publikumsbeschimpfung und andere Sprechstücke« (1966), »Der Hausierer. Roman« (1967), »Kaspar« (1968), »Die Angst des Tormanns beim Elfmeter« (1970). Georg-Büchner-Preis (1973).
Helmut Heißenbüttel, geboren 1921 in Rüstringen, gestorben 1996 in Glückstadt; Studium der Architektur, Germanistik und Kunstgeschichte, 1955 bis 1957 Verlagslektor, danach freier Mitarbeiter und ab 1959 Leiter der Redaktion »Radio-Essay« bein Süddeutschen Rundfunk. Publikationen bis 1970 u.a.: »Kombinationen. Gedichte« (1954), »Topographien. Gedichte« (1956), »Textbücher 1-6« (1960-1967), »Projekt Nr. 1. D'Alemberts Ende« (1970). Georg-Büchner-Preis (1969)
Wolfgang Hildesheimer, geboren 1916 in Hamburg, gestorben 1991 in Poschiavo; 1946-1949 Simultandolmetscher bei den Nürnberger Kriegsverbrecherprozessen, ab 1948 Redakteur ihrer Protokolle, ab 1949 frei tätig als Maler und Graphiker, 1950 erste schriftstellerische Arbeiten. Publikationen bis 1970 u.a.: »Lieblose Legenden« (1952), »Paradies der falschen Vögel. Roman« (1953), »Tynset« (1965).Georg-Büchner-Preis (1966).
Walter Höllerer, geboren 1922 in Sulzbach-Rosenberg; nach 1945 Studium der Philosophie, Geschichte, Germanistik und Vergleichenden Literaturwissenschaft, 1949 Promotion, 1954 bis 1967 Mitherausgabe der Literaturzeitschrift »Akzente«, ab 1961 Herausgabe von »Sprache im technischen Zeitalter«, Lehrtätigkeit an verschiedenen Universitäten, 1958 Habilitation, 1963 Gründung des Literarischen Colloquiums Berlin. Publikationen bis 1970 u.a.: »Der andere Gast. Gedichte« (1952), »Gedichte. Wie entsteht ein Gedicht« (1964), »Systeme. Neue Gedichte« (1969).
Walter Jens, geboren 1923 in Hamburg; Studium der Germanistik und Klassischen Philologie, Promotion 1944, Habilitation 1949, ab 1962 Professor für Klassische Philologie und Allgemeine Rhetorik in Tübingen, ab 1963 Direktor des Seminars für Allgemeine Rhetorik. Publikationen bis 1970 u.a.: »Nein. Die Welt der Angeklagten. Roman« (1950), »Der Blinde. Roman« (1951), »Deutsche Literatur der Gegenwart. Essays« (1961), »Von deutscher Rede« (1969).
Uwe Johnson, geboren 1934 in Kammin/Pommern, gestorben 1984 in Sheerness-on-Sea (England); 1952 bis 1956 Studium der Germanistik in Rostock und Leipzig, 1959 bei Erscheinen von »Mutmassungen über Jakob« Umzug nach West-Berlin, 1966-1968 Aufenthalt in New York, 1974 Umzug nach England. Publikationen bis 1970 u.a.: »Mutmassungen über Jakob« (1959), »Das dritte Buch über Achim« (1961), »Karsch, und andere Prosa« (1964), »Zwei Ansichten« (1965), »Jahrestage 1« (1970). Georg-Büchner-Preis (1971).
Joachim Kaiser, geboren 1928 in Milken/Ostpreußen; Studium der Musikwissenschaft, Germanistik, Philosophie und Soziologie; journalistische Arbeit bei den »Frankfurter Heften« und der »Frankfurter Allgemeinen Zeitung«, ab 1959 Kritiker und Feuilletonredakteur bei der »Süddeutschen Zeitung«. Publikationen bis 1970 u.a.: »Grillparzers dramatischer Stil« (1961), »Große Pianisten in unserer Zeit« (1965), »Kleines Theatertagebuch« (1965).
Barbara König, geboren 1925 in Reichenberg/Nordböhmen; 1947 bis 1949 journalistische Tätigkeit für die »Deutsche Nachrichtenagentur«, danach Redakteurin der »Neuen Zeitung«, 1950/51 Studium der Zeitungswissenschaft und des Creative Writing in den USA, ab 1958 freie Schriftstellerin. Publikationen bis 1970: »Das Kind und sein Schatten« (1958), »Kies. Roman« (1961), »Die Personenperson. Roman« (1965), »Spielerei bei Tage. Erzählungen« (1969).
Walter Kolbenhoff, geboren 1908 in Berlin, gestorben 1993 in Germering bei München; 1933 Emigration nach Dänemark, 1942 Rückkehr nach Deutschland, um im Auftrag der KPD sub-versive Arbeit in der Wehrmacht zu leisten, Mitarbeit bei der Kriegsgefangenenzeitschrift »Der Ruf« in den USA sowie, nach der Entlassung, beim neuen »Ruf« und der »Neuen Zeitung«. Publi-kationen u.a. die Romane: »Untermenschen« (1933), »Von unserm Fleisch und Blut« (1947), »Heimkehr in die Fremde« (1949), »Die Kopfjäger. Ein Kriminalroman« (1960).
Siegfried Lenz, geboren 1926 in Lyck/Ostpreußen; nach Kriegsteilnahme Studium der Philosophie, Anglistik und Literaturwissenschaft in Hamburg, Arbeit als Nachrichten- und Feuilletonredakteur, ab 1965 Engagement im Wahlkampf für die SPD. Publikationen bis 1970 u.a.: »Es waren Habichte in der Luft« (1951), »So zärtlich war Suleyken« (1955), »Das Feuerschiff« (1960), »Deutschstunde« (1968).
Fritz J. Raddatz, geboren 1931 in Berlin; Literaturwissenschaftler und Kritiker; 1960 bis 1969 stellvertretender Verlagsleiter des Rowohlt Verlags. Publikationen bis 1970 u.a.: »Kurt Tucholsky« (1961), »Traditionen und Tendenzen.Materialien zur Literatur der DDR« (1969).
Marcel Reich-Ranicki, geboren 1920 in Wloclawek an der Weichsel (Polen); 1929 Übersiedlung nach Berlin, 1938 Deportation nach Polen, 1943 Flucht aus dem Warschauer Ghetto; 1958 Übersiedlung in die Bundesrepublik, Beginn der Zusammenarbeit mit der »Frankfurter Allgemeinen Zeitung«, der »Welt« und verschiedenen Rundfunksendern, ab 1960 ständiger Mitarbeiter der »Zeit«. Publikationen bis 1970 u.a.: »Deutsche Literatur in West und Ost« (1963), »Literarisches Leben in Deutschland« (1965), »Wer schreibt, provoziert« (1966), »Lauer Verrisse« (1970).
Hans Werner Richter, geboren 1908 auf Usedom, gestorben 1993 in München; Mitarbeit an den Zeitschriften für Kriegsgefangene in den USA »Lagerstimme« und »Der Ruf«, ab 1946 Mitherausgeber von »Der Ruf« in München, »Chef« der Gruppe 47. Publikationen bis 1970 u.a.: »Die Geschlagenen. Roman« (1949), »Sie fielen aus Gottes Hand. Roman« (1951), »Spuren im Sand. Roman einer Jugend« (1953), »Almanach der Gruppe 47« (Hg., 1962), »Blinder Alarm. Geschichten aus Bansin« (1970).
Wolfdietrich Schnurre, geboren 1920 in Frankfurt/M., gestorben 1989 in Kiel; 1949 Redaktionsvolontär bei Ullstein, danach Mitarbeit bei der »Neuen Zeitung« und als Theater- und Filmkritiker u.a. für die »Deutsche Rundschau« und »Die Welt«, ab 1950 freier Schriftsteller. Publikationen bis 1970 u.a.: »Die Rohrdommel ruft jeden Tag. Erzählungen« (1950), »Kassiber. Gedichte« (1956), »Als Vaters Bart noch rot war. Ein Roman in Geschichten« (1958), »Funke im Reisig. Erzählungen« (1963). Georg-Büchner-Preis (1983).
Martin Walser, geboren 1927 in Wasserburg/Bodensee; 1951 Promotion, von 1949 bis 1957 Mitarbeit beim Süddeutschen Rundfunk, 1958 erster USA-Aufenthalt. Publikationen bis 1970 u.a.: »Ein Flugzeug über dem Haus und andere Geschichten« (1955), »Ehen in Philippsburg. Roman« (1957), »Halbzeit. Roman« (1960), »Das Einhorn. Roman« (1966), »Heimatkunde. Reden und Aufsätze« (1968). Preis der Gruppe 47 (1955), Georg-Büchner-Preis (1981).
Peter Weiss, geboren 1916 in Nowawes bei Berlin, gestorben 1982 in Stockholm; 1934 Emigration über London nach Prag, 1939 nach Schweden, ab 1945 schwedischer Staatsbürger, arbeitete zunächst als Maler, ab 1947 literarische Arbeit. Publikationen bis 1970 u.a.: »Der Schatten des Körpers des Kutschers« (1960), »Abschied von den Eltern« (1961), »Fluchtpunkt. Roman« (1962), »Die Verfolgung und Ermordung Jean Paul Marats...« (1964), »Die Ermittlung. Oratorium in 11 Gesängen« (1965). Georg-Büchner-Preis (1982, posthum).
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