Im Alter von 82 starb am 1. Dezember 2011 nach langer Krankheit die wichtigste deutschsprachige Schriftstellerin der Nachkriegszeit.
Während der Teilung Deutschlands war die DDR-Bürgerin immer eine in der BRD geschätzte Autorin und erhielt internationale Anerkennung. Christa Wolf trat früh der SED bei und hielt dieser bis zuletzt die Treue, auch wenn sie ihr Verhältnis kritisch hinterfragte. So entstanden u.a. Werke wie »Der geteilte Himmel« (1963), »Nachdenken über Christ T.« (1968). Die Aufarbeitung der Vergangenheit während der Nazizeit verarbeitet sie in »Kindheitsmuster« (1979). Sie nutzte verstärkt historische und mythologische Vorbilder, die sie mit aktuellen Themen auflud, so in »Kein Ort. Nirgends« (1979), die fiktive Begegnung und Liebesgeschichte zwischen Heinrich von Kleist und Karoline von Günderode, Frauen- und Friedensfragen in »Kassandra« (1983) und »Medea: Stimmen« (1996). Mit »Störfall« (1987) reagiert sie auf die Folgen des Unfalls von Tschernobyl. Zuletzt erschien 2010 »Stadt der Engel oder The Overcoat of Dr. Freud« ein biografischer Roman, der in Los Angeles spielt und noch einmal rückblickend die Folgen der DDR-Politik rekapituliert.
Zu Vorwürfen der Stasi-Mitarbeit reagierte Christa Wolf mit der beispiellosen Veröffentlichung ihrer Akte (»Akteneinsicht Christa Wolf«, 1993). Sie äußerte sich bis zuletzt zu wichtigen politischen Debatten.
Christa Wolf erhielt zahlreiche Preise und Auszeichnungen darunter den wichtigsten Preis für deutsche Literatur, den Georg-Büchner-Preis (1980), den Deutschen Bücherpreis (2002) und 2010 Thomas-Mann-Preis und Uwe-Johnson-Preis.
Unsere Zeitschriften-Reihe TEXT+KRITIK widmete ihr einen Band, der bereits in 4. Auflage vorliegt.
Zudem enthält das »Kritische Lexikon zur deutschsprachigen Gegenwartsliteratur – KLG« einen ausführlichen Artikel zu Christa Wolf.
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